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Profitabilität durch differenziertes Pricing entlang des Service-Portfolios

Einführung und Herausforderungen

Pricing ist der wirksamste Profitabilitätshebel im Servicegeschäft. Gleichzeitig hat Service Pricing direkten Einfluss auf Kundenzufriedenheit, Wahrnehmung der Marke und Akzeptanz des Servicepartnernetzes. Diese Hebelwirkung in beide Richtungen macht Pricing zu einer der anspruchsvollsten Disziplinen im Aftermarket.

In unserem Service Excellence Framework ist Pricing die zweite Säule. Sie umfasst vier Kernfelder: Teile-Pricing, Service- und Lifecycle-Monetarisierung, Digital- und Datenmonetarisierung sowie Preisdurchsetzung im Markt.

Wir beobachten in unseren Pricing-Projekten regelmäßig folgende Herausforderungen:

  • Rein kostenbasierte Bepreisung von Ersatzteilen: „Cost-Plus-X-Prozent“ lässt erhebliche Margenpotenziale ungenutzt, weil unterschiedliche Werthaltigkeit, Wettbewerbsintensität und Verfügbarkeit vergleichbarer Teile nicht berücksichtigt werden.
  • Fehlende oder rudimentäre Teileklassifizierung: Ohne strukturierte Klassifizierung – nach Wettbewerb, Verschleiß, Verfügbarkeit, Werthaltigkeit, ABC/XYZ – bleibt jede Pricing-Diskussion auf Einzelteil-Niveau und skaliert nicht.
  • Inkonsistenzen im Sortiment: Gleichteile haben unterschiedliche Preise, technisch vergleichbare Teile bewegen sich auf abweichenden Niveaus, der linke Außenspiegel ist teurer als der rechte – mit entsprechender Erklärungsnot gegenüber Kunden und Servicepartnern.
  • Unklare Preisstrukturen für Service- und Lifecycle-Verträge: Ohne saubere Cost-to-Serve-Berechnung – inklusive Risikobewertung bei Full-Service- und As-a-Service-Modellen – werden Verträge entweder zu billig verkauft oder unter Wert kalkuliert.
  • Fehlende Pricing-Logik für digitale Services und Daten: Predictive Maintenance, Remote-Services und datenbasierte Geschäftsmodelle haben keine Pricing-Historie. Cost-Plus funktioniert nicht, Wettbewerbspreise gibt es kaum.
  • Schwache Preisdurchsetzung: Definierte Preise werden im Markt durch Sondernachlässe, intransparente Rabattfreigaben und länderspezifische „Sondervereinbarungen“ unterlaufen – am Ende bleibt von der Pricing-Strategie nur die Hälfte.

Eine professionelle Service-Pricing-Disziplin verbindet Cost-, Wettbewerbs- und Value-Based-Logik – differenziert nach Teilekategorie, Servicebereich und Markt – und sichert die Durchsetzung durch klare Governance.

Wie wir helfen können 

Wir helfen, Service Pricing von der Insellösung zur durchgängigen Disziplin zu entwickeln. Unsere Leistungen folgen der vierstufigen Logik der Säule Service Pricing:

  • Teile-Pricing: Wir entwickeln eine Teileklassifizierung nach Wettbewerb, Werthaltigkeit, Verfügbarkeit und ABC/XYZ-Logik. Auf dieser Basis ordnen wir Pricing-Methoden zu – von Cost-Plus für unkritische C-Teile bis zu Value-Based oder Wettbewerbs-Pricing für strategisch wichtige Teile. Wir berücksichtigen Gleichteile, technische Vergleichbarkeit und Sortimentskonsistenz und entwickeln Tools, die jährliche Preisanpassungsrunden einfach und reproduzierbar machen.
  • Service- und Lifecycle-Monetarisierung: Wir kalkulieren Service-Vertragsmodelle auf Basis sauberer Cost-to-Serve-Berechnungen – inklusive Risikoaufschlägen bei Full-Service- und As-a-Service-Modellen. Wir entwickeln maßgeschneiderte Kalkulatoren, die die Komplexität reduzieren und die Vertragsgestaltung beschleunigen. Internationale Heterogenitäten bei Stundensätzen, Lohnniveaus und Rabatterwartungen werden systematisch adressiert.
  • Digital- und Datenmonetarisierung: Für digitale Services entwickeln wir Pricing-Modelle, die nicht auf Cost-Plus basieren, sondern auf Kundennutzen – etwa eingesparte Stillstandzeiten, vermiedene Ausfälle, verbesserte Maschinenverfügbarkeit. Wir prüfen Abrechnungsformen wie Pay-per-Use, Subskription, Outcome-Based-Pricing oder Bundle-Modelle und unterstützen die Monetarisierung von Sensor- und Maschinendaten als eigenständige Geschäftsmodelle.
  • Preisdurchsetzung: Wir gestalten klare Pricing-Governance – mit Rabatt-Hierarchien, Freigabe-Logiken, Eskalationswegen und differenzierten Pricing-Spielräumen pro Vertriebskanal und Region. Pricing-Reporting macht Abweichungen transparent, Pricing-Routinen sichern die Durchsetzung im Tagesgeschäft.

Aus unseren Aftermarket-Pricing-Projekten wissen wir: Bereits die Einführung einer strukturierten Teileklassifizierung mit differenzierten Pricing-Methoden hebt typischerweise drei bis fünf Prozent zusätzliche Marge im Ersatzteilgeschäft – ohne Wettbewerbsverluste, ohne Kundenabwanderung, ohne Margen-Risiko. Pricing ist im Aftermarket kein „nice-to-have“ – es ist der zentrale Wertheber.