{"id":36842,"date":"2026-02-04T11:00:05","date_gmt":"2026-02-04T11:00:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.argonandco.com\/?post_type=article&#038;p=36842"},"modified":"2026-02-04T12:14:59","modified_gmt":"2026-02-04T12:14:59","slug":"supply-chain-agenda-2026-letzte-chance-fuer-den-wandel","status":"publish","type":"article","link":"https:\/\/www.argonandco.com\/de\/news-insights\/articles\/supply-chain-agenda-2026-letzte-chance-fuer-den-wandel\/","title":{"rendered":"Supply Chain Agenda 2026 \u2013 letzte Chance f\u00fcr den Wandel"},"content":{"rendered":"<p>Die deutsche Wirtschaft hat zwar zum Jahreswechsel auf 2026 eine leichte Stabilisierung gezeigt, jedoch steht zu diesem Zeitpunkt noch nicht fest, ob wir das 3. Rezessionsjahr erleben oder sich das Wirtschaftswachstum aus dem 0,X%-Bereich heraus entwickelt. Die schwache Auftragslage in vielen Industrien, hohe Insolvenzzahlen und eine verhaltene Konsumstimmung belasten die Konjunktur von Innen betrachtet, w\u00e4hrend der Au\u00dfenhandel unter Druck von geopolitischen Br\u00fcchen und immer st\u00e4rker dr\u00e4ngendem Wettbewerb steht. Steigende Energiekosten und neue regulatorischer Zw\u00e4nge runden das Risikobild in Richtung Strukturwandel f\u00fcr die Industrien ab. F\u00fcr die produzierenden Industrien in Deutschland hei\u00dft es daher, Abwarten ist keine Option mehr \u2013 es ist an der Zeit zu handeln. In den folgenden Abschnitten beleuchten wir die wichtigsten Treiber und Handlungsoptionen f\u00fcr Unternehmen, um ihre Lieferkette kurz- bis mittelfristig gegen existenzielle Risiken zu sch\u00fctzen.<\/p>\n<h3>New Sectors, New Clients<\/h3>\n<p>Die industrielle Wertsch\u00f6pfung in Europa richtet sich neu aus: stetig weiter eindringender Wettbewerb in die M\u00e4rkte, regulatorischer Druck und volatile Nachfrage setzen klassische \u201eLegacy\u201c-Industrien unter strukturellen Druck und lenken Kapital sowie Kompetenzen in politisch priorisierte Zielsektoren. F\u00fcr viele Unternehmen r\u00fcckt damit der Sektorwechsel neben Effizienzprogrammen als zentraler Transformationspfad in den Vordergrund.<\/p>\n<p>Besonders sichtbar ist die Verlagerung aus Automotive und energieintensiver Chemie in Richtung Defense, spezialisierten Maschinenbau und Infrastruktur. In Europa steigen die Verteidigungsausgaben deutlich, in Deutschland ist, beispielsweise politisch geplant, den Verteidigungsetat bis 2029 auf rund 3,5\u00a0% des BIP zu erh\u00f6hen und dies mit langfristig planbaren Programmen und Auftragsvolumina. Zulieferer nutzen bestehende Serien-, Qualit\u00e4ts- und Industrialisierungskompetenz, um in sicherheitskritische Systeme, Anlagenbau und spezialisierte Komponenten einzusteigen. Parallel w\u00e4chst die Bau- und Infrastrukturwirtschaft als Zielsektor, getrieben von nationalen Pl\u00e4nen und EU-Programmen, die bis 2030 hohe dreistellige Milliardenbetr\u00e4ge in Energie-, Verkehrs- und Datennetze erfordern.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-36847 alignright\" src=\"https:\/\/www.argonandco.com\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/20260202_Tabelle1-300x161.png\" alt=\"\" width=\"588\" height=\"316\" srcset=\"https:\/\/www.argonandco.com\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/20260202_Tabelle1-300x161.png 300w, https:\/\/www.argonandco.com\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/20260202_Tabelle1-768x411.png 768w, https:\/\/www.argonandco.com\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/20260202_Tabelle1-400x214.png 400w, https:\/\/www.argonandco.com\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/20260202_Tabelle1.png 1023w\" sizes=\"auto, (max-width: 588px) 100vw, 588px\" \/><\/p>\n<p>Im Halbleiterumfeld liegt Deutschlands St\u00e4rke vor allem in vorgelagerten und flankierenden Wertsch\u00f6pfungsstufen: Spezialchemikalien und Prozessmedien, Materialien sowie Anlagen- und Ausr\u00fcstungsbau. Gleichzeitig entstehen und erweitern sich Fertigungskapazit\u00e4ten in Clustern wie \u201eSilicon Saxony\u201c, wobei Deutschland insbesondere f\u00fcr Automotive- und Industrieanwendungen als Standort f\u00fcr komplexe, qualit\u00e4tskritische Chips an Bedeutung gewinnt. Der EU Chips Act, der einen europ\u00e4ischen Fertigungsanteil von rund 20\u202f% bis 2030 anstrebt, verst\u00e4rkt den Aufbau eines hochgradig CAPEX-intensiven \u00d6kosystems mit hohen Anforderungen an Qualit\u00e4t, Resilienz und Time-to-Ramp.<\/p>\n<p>Diese Zielsektoren erfordern eine Entkopplung und teilweise Umbau der bisherigen Supply Chains. Liefernetzwerke sind gezielt auf <strong>langfristige Kapazit\u00e4ts- und Investitionsentscheidungen<\/strong> auszurichten, die <strong>mittelfristig wirksam werden<\/strong>, um den Markteintritt und die Skalierung in strategischen Wachstums-Sektoren abzusichern. Der Fokus verlagert sich von kurzfristiger Kostenoptimierung hin zur <strong>aktiven Absicherung von Lieferf\u00e4higkeit und Skalierbarkeit <\/strong>\u00fcber mehrj\u00e4hrige Programme hinweg.<\/p>\n<p>Gleichzeitig ist jetzt der Zeitpunkt, <strong>Flexibilit\u00e4t und Steuerf\u00e4higkeit <\/strong>in komplexen Lieferketten systematisch zu erh\u00f6hen. Regionalisierung, Lieferantenstruktur und Abh\u00e4ngigkeiten m\u00fcssen <strong>bewusst gestaltet und nicht reaktiv gemanagt <\/strong>werden. In Defense, Infrastruktur und Halbleitern entscheidet die Supply Chain damit direkt \u00fcber <strong>Marktzugang, Investitionssicherheit und Wachstum<\/strong>. Unternehmen, die diesen Wandel fr\u00fchzeitig umsetzen, schaffen sich einen strukturellen Vorteil, alle anderen riskieren, dass strategische Ambitionen an operativen Engp\u00e4ssen scheitern.<\/p>\n<h3>New Markets<\/h3>\n<p>Die deutsche Wirtschaft steht vor einer Zeitenwende, die weit \u00fcber rein konjunkturelle Schwankungen hinausgeht. Als Beobachter der wirtschaftlichen Vernunft stellen wir fest: Das alte Modell \u201eGlobalisierung ohne Grenzen\u201c ist durch eine \u00c4ra der geopolitischen Realpolitik ersetzt worden. Die aktuelle Bundesregierung unter Kanzler Merz hat dies erkannt und forciert eine strategische Neuausrichtung, die wir als \u201eTriade der Resilienz\u201c bezeichnen.<\/p>\n<ol>\n<li><strong> China-Strategie: Vom Absatzmarkt zum technologischen \u00d6kosystem<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Das Dogma der Abh\u00e4ngigkeit von China br\u00f6ckelt. W\u00e4hrend deutsche Exporte nach China 2025 um drastische 13,5 % einbrachen, wuchsen die Importe gleichzeitig um 8,5 %. Das Ergebnis ist ein Rekord-Handelsdefizit von \u00fcber 54 Mrd. Euro. Viele Unternehmen sind am Marktdruck lokaler Champions wie BYD gescheitert. Der neue Ansatz lautet: \u201eIn China f\u00fcr China\u201c. Wer dort bleiben will, muss sich als Zulieferer der chinesischen Industrie etablieren, statt nur deutsche Fertigwaren zu importieren. Parallel dazu greift das \u201eChina+1\u201c-Prinzip, also die Strategie, neben China ein weiteres Standbein (+1) zu etablieren. Diversifizierung ist kein Luxus mehr, sondern eine \u00dcberlebensstrategie f\u00fcr die Lieferkettensicherheit.<\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li><strong> Indien: Der neue \u201eWunschpartner\u201c im Indopazifik<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Indien hat sich 2025 als das Kraftzentrum der globalen Fertigung positioniert. Mit einem Fertigungs-PMI von konstant \u00fcber 57 Punkten und massiven staatlichen Anreizen (PLI-Programme im Umfang von ca. 2,6 Mrd. USD f\u00fcr Elektronikkomponenten) ist das Land der logische Partner. Die Unterzeichnung des umfassenden EU-Indien-Freihandelsabkommens, das Kanzler Merz im Januar 2026 in Ahmedabad finalisierte, ist ein Meilenstein. Es schafft Planungssicherheit f\u00fcr Halbleiter- und Automotive-Investitionen und adressiert durch die \u201eGlobal Skills Partnership\u201c gezielt den deutschen Fachkr\u00e4ftemangel. Obwohl die Kaufkraft f\u00fcr einen indischen Absatzmarkt noch nicht ausreichend entwickelt ist, ist jetzt der ideale Zeitpunkt sich in Indien zu positionieren. Das Land ist nicht mehr die \u201everl\u00e4ngerte Werkbank\u201c, sondern eine resiliente Plattform f\u00fcr Hochtechnologie.<\/p>\n<ol start=\"3\">\n<li><strong> Leveraging Europe: Das Nearshoring-Revival<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Wahre Souver\u00e4nit\u00e4t beginnt vor der eigenen Haust\u00fcr. Wir erleben einen Paradigmenwechsel bei den EU-Standorten in Mittel- und Osteuropa (CEE). L\u00e4nder wie Bulgarien (K\u00f6rperschaftsteuer nur 10 %; Stromkosten ca. 11 Cent\/kWh) oder Rum\u00e4nien (Schengen-Beitritt 2025) bieten Kostenstrukturen, die Westeuropa derzeit nicht halten kann. Diese L\u00e4nder nehmen dabei eine duale Rolle ein: Diese L\u00e4nder, aber auch beispielsweise Slowenien und Kroatien mit einer hohen Verbreitung von Englischsprachigen und tiefen IT-Kenntnissen sind l\u00e4ngst keine reinen Kostenstellen mehr, sondern wachsende Absatzm\u00e4rkte mit einem Talentpool von \u00fcber 1,3 Millionen Tech-Entwicklern.<\/p>\n<h3>New Strategies<\/h3>\n<p>Viele deutsche Unternehmen k\u00e4mpfen derzeit damit, ihre Margen angesichts zunehmender geopolitischer Unsicherheit und volatilen Marktbedingungen zu sichern. Handelskonflikte, fragile Lieferketten und steigende Energiepreise f\u00fchren zu schwankenden Inputkosten und Nachfrageverschiebungen. Unternehmen m\u00fcssen Wege finden, wie sie ihre Organisationen durch flexible Strukturen, datenbasierte Steuerung und neue Partnerschaften Stabilit\u00e4t und Profitabilit\u00e4t steigern k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Traditionelle Wachstumsmodelle und damit auch der bisherige Erfolg europ\u00e4ischer Unternehmen, basiert auf zentralisierten Strukturen und linearen Skalierungspfaden. Diese Modelle sto\u00dfen zunehmend an ihre Grenzen, da sie auf Effizienzoptimierung statt auf Anpassungsf\u00e4higkeit ausgerichtet sind. In den heutigen Zeiten f\u00fchren starre Kostenstrukturen und komplexe Entscheidungswege zu Reaktionsverz\u00f6gerungen und sinkenden Margen. Ausdruck dieser Entwicklung sind beispielsweise die stetig steigenden Insolvenzen, welche europ\u00e4ische M\u00e4rkte aktuell pr\u00e4gen.<\/p>\n<p><strong>87 Unternehmen mit Ums\u00e4tzen \u00fcber \u20ac50 Millionen haben 2024 Insolvenz angemeldet<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-36843 alignnone\" src=\"https:\/\/www.argonandco.com\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/20260202_Graph4-300x182.jpg\" alt=\"\" width=\"725\" height=\"440\" srcset=\"https:\/\/www.argonandco.com\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/20260202_Graph4-300x182.jpg 300w, https:\/\/www.argonandco.com\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/20260202_Graph4-768x467.jpg 768w, https:\/\/www.argonandco.com\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/20260202_Graph4-400x243.jpg 400w, https:\/\/www.argonandco.com\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/20260202_Graph4.jpg 800w\" sizes=\"auto, (max-width: 725px) 100vw, 725px\" \/><\/strong><\/p>\n<ul>\n<li><strong>Steigerung um 36% zu 2023<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>Der \u00dcbergang hin zu modularen, eigenverantwortlichen Gesch\u00e4ftseinheiten schafft Raum f\u00fcr schnelle Entscheidungen und verbesserte Reaktionsf\u00e4higkeiten. Dezentralit\u00e4t erlaubt lokale Optimierungen, w\u00e4hrend neue KPIs wie Margenresilienz und Reaktionszeit die operative Steuerung verbessern. Entscheidend ist die Balance aus Effizienz, Anpassungsf\u00e4higkeit und aktiver Risikosteuerung: der sogenannte \u201eProfit Safeguard\u201c-Ansatz, der kurzfristige Gewinne und langfristige Stabilit\u00e4t in Einklang bringt. Zugleich erh\u00f6ht Modularit\u00e4t die strategische Flexibilit\u00e4t: einzelne Gesch\u00e4ftseinheiten lassen sich gezielt abspalten, ver\u00e4u\u00dfern oder mit Partnern zusammenf\u00fchren, sodass Unternehmen ihr Portfolio schneller an Marktbr\u00fcche anpassen, Kapital freisetzen und sich konsequent auf ihre profitabelsten Kernaktivit\u00e4ten fokussieren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Anstelle linearer Lieferketten entwickeln f\u00fchrende Unternehmen adaptive Wertsch\u00f6pfungsnetzwerke. Dual Sourcing, Nearshoring, beispielsweise in die oben erw\u00e4hnten, attraktiver werdenden, europ\u00e4ischen Optionen, und digitale Vernetzung verringern Abh\u00e4ngigkeiten und verk\u00fcrzen Reaktionszeiten. Die Integration von Echtzeitdaten entlang der Lieferkette erh\u00f6ht Transparenz und Prognosef\u00e4higkeit. Dies ist ein entscheidender Vorteil in Zeiten, in denen Lieferkettenausf\u00e4lle im Schnitt bis zu 7% des Umsatzes gef\u00e4hrden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Offene, branchen\u00fcbergreifende \u00d6kosysteme erm\u00f6glichen Innovation und Skaleneffekte, ohne neue Monolithen zu schaffen. Durch gemeinsame Datenplattformen und Schnittstellen entstehen flexible Kooperation, die Kapazit\u00e4ten teilen, Marktzug\u00e4nge erweitern und Risiken mitigieren. Unternehmen, die Teil eines solchen Netzwerks sind, reagieren im Durchschnitt 30% schneller auf Marktst\u00f6rungen als isolierte Akteure.<\/p>\n<p>Neue F\u00fchrungsmodelle setzen auf Transparenz, Vertrauen und Entscheidungsfreiheit. F\u00fchrungskr\u00e4fte werden zu Netzknoten, die den Informationsfluss sichern und Lernkultur f\u00f6rdern. Eine Organisation, die Fehler schneller erkennt und daraus lernt, erh\u00f6ht ihre strukturelle Widerstandskraft \u2013 ein entscheidender Faktor in einer Welt, in der Planbarkeit zur Ausnahme geworden ist.<\/p>\n<h3>New Pricing<\/h3>\n<p>In komplexen Supply Chains, von Maschinenbau und Automotive bis zur Energieinfrastruktur, steigt der Druck durch asiatische Anbieter mit deutlich geringeren St\u00fcckkosten und hoher Entwicklungsgeschwindigkeit. Unternehmen, die Produktmerkmale (Features) nicht konsequent an validierten Kunden-Use-Cases ausrichten und Over-Engineering vermeiden, verlieren Margen an Wettbewerber, die Kosteneffizienz und Time-to-Market systematisch optimiert haben.<\/p>\n<p>Der Kernansatz ist Design-to-Requirement: Ausgangspunkt sind validierte Anforderungen aus Use-Case-Mapping, Total Cost of Ownership (TCO) und regulatorischen Baselines und nicht technische Maximierung. Daraus entstehen modulare Produktarchitekturen, in denen schlanke Basisversionen mit klarer Upsell-Logik f\u00fcr Premium-Features kombiniert werden. Segmentierte Preismodelle und dynamische Pricing-Tools, erm\u00f6glichen kontinuierliches Benchmarking gegen globale Wettbewerber. Zus\u00e4tzlich bietet sich vermehrt die M\u00f6glichkeit zur Lifecycle-Monetarisierung und somit zu wiederkehrenden Einnahmen aus Service, Upgrades und zus\u00e4tzlicher Funktionen. Der Preis leitet sich zunehmend aus Kundennutzen und Zahlungsbereitschaft pro Use Case ab, nicht mehr aus dem \u201eCost plus\u201c-Ansatz. Beispielsweise im Energiebereich verschiebt dies die Erl\u00f6slogik von einmaligen Anlagenverk\u00e4ufen hin zu performancebasierten Modellen: Energie-Performance-Contracting, Verf\u00fcgbarkeitsgarantien f\u00fcr Wind- und PV-Parks oder \u201eCapacity-as-a-Service\u201c-Modelle koppeln Zahlungen an Anlagenverf\u00fcgbarkeit oder bereitgestellte Systemdienstleistungen.<\/p>\n<p>Wirksam wird New Pricing erst durch robuste Governance und neue Kennzahlen. Cross-funktionale Preisorganisationen verkn\u00fcpfen Engineering (Should-Cost-Modelle, modulare Plattformen), Vertrieb (Willingness-to-Pay, Wettbewerbsdaten) und Finance (Profit-Szenarien, Kapitaleinsatz) in einem integrierten Entscheidungsprozess. Klassische Kennzahlen wie Absatz und Durchschnittsrabatt reichen daf\u00fcr nicht mehr aus. Im Fokus stehen Feature-Adoption-Rate, Margin-per-Use-Case und Customer Lifetime Value (CLV) \u00fcber den gesamten Lebenszyklus. Unternehmen, die diese Logik konsequent in Steuerung, Incentives und Supply-Chain-Design verankern, sch\u00fctzen ihre Margen nachhaltig, auch gegen\u00fcber aggressiven Low-Cost-Wettbewerbern.<\/p>\n<h3>New (to) Technologies<\/h3>\n<p>Die digitale Vernetzung von Maschinen in der Produktion, Planungs- und Steuerungstools erm\u00f6glicht proaktive Entscheidungsfindung durch Echtzeit-Datenaustausch \u00fcber alle Wertsch\u00f6pfungsstufen. Unternehmen wenden sich von statischen ERP-Systemen ab und setzen stattdessen auf adaptive Intelligenzplattformen. Diese Plattformen verarbeiten Datenstr\u00f6me kontinuierlich und passen sich dynamisch an wechselnde Bedingungen an.<\/p>\n<p>In der Praxis zeigt sich das in Kernanwendungen wie predictive Operations mit modernen Prozess-Mining-L\u00f6sungen. Hier kommen Demand Sensing und Echtzeit-\u00dcberwachung von Best\u00e4nden sowie Engp\u00e4ssen zum Einsatz, beispielsweise durch die Vernetzung heterogener IT-Systeme und die Schaffung digitaler Prozess-Zwillinge. Solche Ans\u00e4tze nehmen Ausf\u00e4lle vorweg und k\u00fcrzen Reaktionszeiten von Wochen auf Stunden, ein Vorteil, der in der Halbleiterkrise 2024\/2025 f\u00fcr viele deutsche Unternehmen den Unterschied zwischen Stillstand und Weiterproduktion h\u00e4tte ausmachen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Ebenso wichtig ist die Risikofr\u00fchwarnung durch automatisierte Scanner. Diese Tools erfassen geopolitische Volatilit\u00e4t, regulatorische \u00c4nderungen und Materialengp\u00e4sse, beispielsweise bei Halbleitern, Batterien oder anderen kritischen Vorprodukten. In Zeiten des US-China-Handelskonflikts 2025 warnten sie fr\u00fchzeitig vor Zollbarrieren oder Exportstopps und geben bestm\u00f6gliche Planungssicherheit.<\/p>\n<p>Das Antifragilit\u00e4ts-Paradigma geht dar\u00fcber hinaus. Statt nur Kosten zu senken, nutzen neue Programme St\u00f6rungen aktiv; etwa durch Multi-Sourcing-Netzwerke, skalierbare Kapazit\u00e4tsmodelle und KI-gest\u00fctzte Digital Twins zur Simulation von Ausnahmeszenarien. Unternehmen wie Automobilzulieferer in Bayern testen so Szenarien wie Rohstoffausf\u00e4lle, leiten Handlungsweisen ab und gewinnen so Wettbewerbsvorteile.<\/p>\n<p>Cyber-Resilienz bildet die Basis f\u00fcr all das. Security-by-Design integriert sich in jeden Datenfluss, mit Zero-Trust-Architekturen und KI-gest\u00fctzter Anomalie-Erkennung. Besonders in Branchen wie Defense, Maschinenbau und Elektronik sch\u00fctzt das vor Cyberangriffen, die Lieferketten lahmlegen k\u00f6nnen. Jedoch ist zu bemerken, dass in einem Land, indem Microsoft Excel ein weit verbreitetes Ma\u00df f\u00fcr Digitalisierung ist, nat\u00fcrlich noch grundlegender Handlungsbedarf in IT\/OT-Infrastruktur besteht.<\/p>\n<h3>Fazit<\/h3>\n<p>Die Zeitenwende erfordert mehr als Anpassung, sie verlangt Entscheidungen und mutige Neuausrichtung. Produzierende Unternehmen sollten Sektorwechsel, flexible Supply Chain-Netzwerke, smarte Pricing-Modelle und Technologien nutzen, um nicht nur zu \u00fcberleben, sondern in den vorderen Reihen relevant zu bleiben. Es ist an der Zeit zu handeln und adaptive Supply Chains aufzubauen, die Krisen nicht nur abfedern, sondern f\u00fcr Wandel nutzen und das Gesch\u00e4ftsmodell weiterzuentwickeln.<\/p>\n<hr \/>\n<p><a class=\"button\" href=\"https:\/\/www.argonandco.com\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/260402_ArgonCo_Supply-Chain-Agenda-2026.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Artikel herunterladen<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr \/>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-36851 alignleft\" src=\"https:\/\/www.argonandco.com\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Dr.-Robert-Stephan-300x245.png\" alt=\"\" width=\"145\" height=\"118\" srcset=\"https:\/\/www.argonandco.com\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Dr.-Robert-Stephan-300x245.png 300w, https:\/\/www.argonandco.com\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Dr.-Robert-Stephan-1024x836.png 1024w, https:\/\/www.argonandco.com\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Dr.-Robert-Stephan-768x627.png 768w, https:\/\/www.argonandco.com\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Dr.-Robert-Stephan-1536x1254.png 1536w, https:\/\/www.argonandco.com\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Dr.-Robert-Stephan-2048x1672.png 2048w, https:\/\/www.argonandco.com\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Dr.-Robert-Stephan-400x327.png 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 145px) 100vw, 145px\" \/>Dr. Robert Stephan ist ein f\u00fchrender Experte im Supply Chain Management Consulting mit \u00fcber 21 Jahren internationaler Erfahrung in der Leitung von Optimierungs- und Transformationsprogrammen. Bei Argon &amp; Co Deutschland und zuvor als Berater in unterschiedlichen H\u00e4usern von mittelst\u00e4ndisch bis zu Big 4, hat er Projekte in Branchen wie Maschinen- &amp; Anlagenbau, Automotive, Aerospace, Food, Chemie und Logistics durchgef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Diese Projekte umfassen vielf\u00e4ltige Themenbereiche: von Implementierung und globalem Rollout digitaler L\u00f6sungen \u00fcber KI-gest\u00fctzte Prozessoptimierungen bis hin zu klassischen Supply-Chain-Netzwerkdesigns \u2013 realisiert in Europa, USA und China f\u00fcr technologisch anspruchsvolle Industrien.<\/p>\n","protected":false},"featured_media":36855,"template":"","categories":[],"class_list":["post-36842","article","type-article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v27.5 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Supply Chain Agenda 2026 \u2013 letzte Chance f\u00fcr den Wandel - Argon &amp; Co<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.argonandco.com\/de\/news-insights\/articles\/supply-chain-agenda-2026-letzte-chance-fuer-den-wandel\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Supply Chain Agenda 2026 \u2013 letzte Chance f\u00fcr den Wandel - Argon &amp; Co\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Die deutsche Wirtschaft hat zwar zum Jahreswechsel auf 2026 eine leichte Stabilisierung gezeigt, jedoch steht zu diesem Zeitpunkt noch nicht fest, ob wir das 3. 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